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  • POLNISCHES ADOPTIONSRECHT

  • Voraussetzungen

    1. Man darf nur minderjährige Personen (bis zum 18. Lebensjahr) adoptieren, wobei das Erfordernis der Minderjährigkeit zu dem Zeitpunkt zu erfüllen ist, an dem der Antrag gestellt wird.
    2. Die Adoption ("Annahme als Kind") darf nur zum Wohl des Kindes erfolgen.
    3. Die Person, die das Kind adoptieren will, muss voll geschäftsfähig sein sowie über die persönliche Eigenschaften verfügen, die gewährleisten, dass sie die Pflichten dem Kind gegenüber ordnungsgemäß erfüllt werden. Die Adoptionen zwischen den Verwandten sind zugelassen.
    4. Zwischen den Adoptiveltern und dem Kind muss ein angemessener Altersunterschied bestehen (laut der Judikatur soll dieser Altersunterschied demjenigen zwischen den leiblichen Eltern und dem Kind entsprechen, außer dass schon familiäre Verbindungen zwischen den Parteien bestehen, z.B. ältere Menschen dürfen ein Kleinkind adoptieren).
    5. Falls das Kind, das adoptiert werden soll, das 13. Lebensjahr vollendet hat, ist die Einwilligung des Kindes für die Adoption erforderlich. Die Stellungnahme kleinerer Kinder wird von dem Gericht entgegengenommen, sofern das Kind fähig ist, die Adoption zu begreifen.
    6. Die Einwilligung der leiblichen Eltern ist für die Adoption erforderlich, es sei denn, dass ihnen die elterliche Gewalt entzogen wurde bzw. die Verständigung mit ihnen auf schwer zu überwindende Hindernisse stößt. Die Einwilligung der Eltern zur Adoption des Kindes kann frühestens nach Ablauf von 6 Wochen nach der Geburt des Kindes erfolgen.
    7. Gemeinschaftlich adoptieren können nur Ehegatten. Falls nur einer der Ehepartner ein Kind adoptieren will, ist die Einwilligung des anderen erforderlich.
    8. Nach dem Tod der Person, die das Kind adoptiert hat, darf das Kind erneut adoptiert werden, falls es noch minderjährig ist.


    Die Arten der Adoption

    Dem polnischem Recht sind drei Arten der Adoption bekannt:
    1. Volladoption
    2. Unvollständige Adoption
    3. Anonyme Adoption

    Ad 1. Durch die Volladoption entsteht zwischen der adoptierenden Person und dem zu adoptierenden Kind ein Verhältnis, wie zwischen einem leiblichen Elternteil und dem Kind. Das Kind erwirbt gegenüber den Verwandten der adoptierenden Person alle Rechte und Pflichten, die auf Verwandtschaft beruhen. Die bisher bestehenden Rechte und Pflichten gegenüber den leiblichen Verwandten erlöschen. Das Kind erhält den Familiennamen der Person, die es adoptiert hat.
    Die Volladoption darf aus wichtigen Gründen durch das Gericht aufgehoben werden - auf Antrag der Person, die das Kind adoptiert hat bzw. auf Antrag des Kindes. Die Klage des Staatsanwaltes auf die Aufhebung der Adoption ist auch zulässig. Bei der Entscheidung über der Aufhebung der Adoption muss das Gericht das Wohl des Kindes berücksichtigen. Die Aufhebung der Adoption nach dem Tod des Kindes ist nicht zulässig.

    Ad 2. Die unvollständige Adoption darf nur mit der Zustimmung der leiblichen Eltern erfolgen. Die Auswirkungen dieser Adoption beschränken sich nur auf die Verhältnisse zwischen der adoptierenden Person und dem adoptierten Kind. Die bisherigen verwandtschaftlichen Beziehungen des Kindes bestehen weiter. Zwischen dem Kind und den Verwandten der Person, die es adoptiert hat, entstehen keine gegenseitigen Rechte und Pflichten.
    Die gesetzlichen Voraussetzungen für die Aufhebung der Volladoption finden auch bei der unvollständigen Adoption Anwendung.

    Ad 3. Die anonyme Adoption ist im Grund eine Unterart der Volladoption. Bei dieser Art der Adoption wird die Einwilligung der leiblichen Eltern abgegeben, wobei die Person, die das Kind zu adoptieren beabsichtigt, in dieses Verfahren nicht mitbezogen wird und daher für die leiblichen Eltern anonym bleibt.

    Die ausländische Adoption

    Die sog. "ausländische Adoption" ist nur dann zulässig, wenn nur auf diese Weise dem Kind ein entsprechender die Familie ersetzender Lebensbereich gewährleistet werden kann. Grundsätzlich wird die ausländische Adoption der Kinder bewilligt, die in Polen keine Adoptionsfamilie finden können.
    Diese Bedingung braucht nicht erfüllt zu werden, wenn das Kind mit der Person, die es adoptieren will, verwandt ist, bzw. wenn diese Person schon leibliche Geschwister des Kindes adoptiert hat.

    Die Adoption darf nur durch Vermittlung der dazu vom zuständigen Minister ermächtigten Behörde, die für Adoptions- und Pflegeangelegenheiten zuständig ist, erfolgen. Zur Zeit gibt es in Polen 3 solche Behörden:

    1. Publiczny Ośrodek Adopcyjno - Opiekuńczy
    Ul. Nowogrodzka 75
    02-018 Warszawa

    2. Krajowy ośrodek Adopcyjno - Opiekuńczy TPD
    Ul. Jasna 26
    00-950 Warszawa

    3. Katolicki Ośrodek Adopcyjno - Opiekuńczy
    ul. Grochowska 194/196
    04-357 Warszawa

    Personen, die ein polnisches Kind adoptieren wollen, sollten bei einer der oben aufgezählten Behörden folgende Unterlagen (samt der Übersetzung ins Polnische) vorlegen:
    - Geburtsurkunde
    - Heiratsurkunde
    - Führungszeugnis
    - Bestätigung über den Vermögensstand
    - Staatsbürgerschaftsnachweis
    - Information über Gesundheitszustand
    - Genehmigung für die Adoption eines ausländischen Kindes seitens der zuständigen Behörden des Landes der Adoptiveltern
    - Empfehlung der Adoptionsbehörde des Landes der Adoptiveltern.

    Prozeduren

    Das Adoptionsverfahren wird auf Antrag der Person, die das bereits durch die o.g. Behörde ausgewählte Kind adoptieren will, vom Vormundschaftsgericht (Familiengericht) eingeleitet. Örtlich zuständig ist das Gericht des Wohnsitzes der Person, die das Kind adoptieren will bzw. das des Kindes.
    Vor der Entscheidung über Adoption wird das Gericht ein Gutachten der Behörde, die für Adoptions- und Pflegeangelegenheiten zuständig ist, einfordern. Das Gericht kann noch während des Verfahrens für eine bestimmte Zeitdauer die Art der persönlichen Kontakten zwischen der Adoptiveltern und dem Adoptivkind bestimmen (z.B. in Form der Pflege).

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